Montag, 15.06.2026 , 19.30 Uhr
„Keinen Pfennig den Fürsten“ - Der Kampf um die entschädigungslose Enteignung der Fürsten 1926 am Beispiel von Württemberg
Beschreibung
Im Grundgesetz sind direkte Demokratieelemente wie Volksbegehren und Volksentscheide weitgehend ausgeschlossen – eine Folge der Erfahrungen der Weimarer Republik. Dazu zählt das Volksbegehren für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten von 1926.
Da die Entschädigung bzw. Enteignung der ehemals regierenden Fürstenhäuser in der Revolution nicht gelöst worden war, klagten immer mehr Fürstenhäuser auf Rückgabe von Grundbesitz, Immobilien und anderen Wertgegenständen. Die weitgehend monarchisch geprägte Justiz gab ihnen meist recht. Angesichts der Vermögensverluste breiter Bevölkerungsschichten durch die Inflation entstand ein zunehmendes Unbehagen. Dies nützte die KPD zu einem Volksbegehren zur entschädigungslosen Fürstenenteignung, dem sich auf Druck ihrer Basis sowohl Gewerkschaften als auch SPD anschlossen. Auf der anderen Seite malten Deutschnationale und katholisches Zentrum bolschewistische Zustände an die Wand. Im Vortrag geht es um die Konfliktlinien in dieser Auseinandersetzung, die undemokratischen Methoden bei der Durchführung und die Folgen vor allem in Württemberg.
Vortrag von Dr. Thomas Schnabel
Eintritt: 5€ (Abendkasse), Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei
